Eine (Selbst-) Inszenierung der Extraklasse wurde uns vergangenen Freitag im Friedrichstadtpalast geboten, die den eigentlichen Protagonisten - die Mode - weit in den Hintergrund rückte. Stattdessen standen bei der Michalsky StyleNite Bussi-Bussi, Glitzi-Glitzi und Schi-Schi ganz oben auf der Speisekarte, so dass auch wir letztendlich mitmachten und leicht angeheitert aus der achten Reihe das Schauspiel auf uns wirken liessen. Dabei galten die Erwartungen weder den drei gezeigten Kollektion von Lala Berlin / Kaviar Gauche / Michalsky, die dann alle auch nicht so recht überzeugen konnten, sondern vielmehr dem angekündigten Auftritt von Spandau Ballet, die sich nach gut 20 Jahren mal wieder die Ehre gaben sowie Altmeister DJ Hell, der erneut unsere Ohren mit feinstem Techno versüßte. Ein paar Eindrücke:
Ein bombastischer Laufsteg, der den Models mit 10% (?) Gefälle Kopfzerbrechen bereitete, haben sie aber alle vorbildlich gelöst…
…dann das sagenhafte Intro und die ersten Minuten Spandau Ballet live!
“Gold!” - und alle drehen se durch. Vor allem Monsieur Michalsky…
…der begab sich zu späterer Stunde dann auch straight into Hell!
…zu guter Letzt hier noch ein miserabler Ausschnitt meiner (Achtung Selbstlob) grandiosen Abendgarderobe aka Powerschulter-Kostüm in Lindgrün, ein Einzelstück für schlappe 50 Euronen aus der Nightboutique - Designer leider unbekannt!
Hach ja, beim Anblick der grün und blau angelaserten, menschlich gewordenen Discokugel vor der Kaviar Gauche Show am Freitag bei der Michalsky Stylenite kam direkt ein bisschen Goa-Feeling hoch. Nett anzuschauen war die Dame inklusive weibliche Rundungen allemal - mehr zu diesem denkwürdigen Abend samt Auftritt von Spandau Ballet gibbet später! Währenddessen empfehle ich schon mal den netten SPON-Artikel “Warum Michalsly seine Models quält”.
Leider aufgrund des dichten Timetables am Donnerstag verpasst: Esther Perbandts Show “Rendez-Vous Avec La Lune”, eine Inszenierung/Video-Performance ihrer Winterkollektion 2010 zusammen mit dem Berliner Künstler Jaybo im projectroom und damit erneut eine wunderbare Verschmelzung aus Mode und Kunst.
…und möchte sich erstmal für die lange Abwesenheit entschuldigen. Wie das Leben manchmal so spielt, kommt eins zum anderen - in meinem Fall ein gebrochener Arm zur Sinneskrise am Jahresende gepaart mit technischen Blog-Problemen. Bevor ich aber komplett ins Jammern verfalle, versuche ich lieber hier noch ein bisschen Fleisch von der gerade geendeten Fashion Week Berlin zu verbraten. Meine Damen und Herren, bitte bleiben Sie dran!
“A standout show came from Michael Sontag, last season’s winner of the Designer for Tomorrow award. Mr. Sontag’s liquid silhouettes and asymmetric cuts, which the designer called “giving body space,” marked him as a designer to watch — not least for his palette of colors from fresh green to buttercup yellow”,sagt Suzy Menkes in ihrem gerade veröffentlichten Artikel zur MBFW Berlin in der Herald Tribune und nun muss auch ich mir noch mal kurz öffentlich für mein Gespür (die Entwürfe des jungen Mann brannten sich vor einem Jahr bei der Kunsthochschule Weißensee Show in mein Gehirn, so dass ich mir am nächsten Tag alles noch mal von Nahem ansehen musste) auf die Schulter klopfen. Ich verehre sein Gefühl für Farbe, Volumen und Asymmetrie - ganz zu Schweigen von seinem unglaublichen Talent als Taschendesigner (Stichwort Hanteltasche!). “Ein bisschen wie COS nur in Besser” sagten einige nach der Show und ja, ich stimme teilweise zu, allerdings mit einem begeisterten Nicken, denn genau das möchte ich anziehen, genau so sieht meine imaginäre perfekt angezogene Frau aus. Herr Sontag, vielen Dank!
Diverse Kollektions-Eindrücke warten in meinen Kopf darauf, digital verarbeitet zu werden. Den Anfang macht die Sommerkollekion von Mongrels in Common, die eine nachhaltige Begeisterung zurückließ. Die Models ganz auf Alice Dellal gestylt mit riesigen golden Sicherheitsnadeln im Ohr punkteten sofort, die Entwürfe auch - dank einer Kooperation mit Lachslederhersteller nanai gab es viel “Fischleder” zu sehen, gepaart mit seidig fließenden Oberteilen und Kleidern. Hier ein Golddetail, da ein Zipper und viel Transparenz sind die besonderen Details der auf den ersten Blick harmlosen Kollektion. Absolutes Highlight waren ganz klar die doppelt genähten, spitzen Bustiertops, ich hörte Jessie beim Anblick förmlich den Atem anhalten - bilde ich mir zumindest ein. Konsistent, schlüssig und ein erkennbar roter Faden, das sind die Attribute, die diese Kollektion in meinen Augen so unwiederstehlich gut machen - das fand übrigens auch Suzy Menkes, die im Anschluss sofort backstage huschte…
Ich gestehe, ich bin befangen - es ist nicht verwunderlich, dass ich ein riesen Fan von “La Erdbeerblonde” Theresa Genth bin, denn diese 1,80 m lange coole Socke kenne ich bereits seit einiger Zeit aus gemeinsamen Hamburger Nächten und Tagen. So ist dieser Modelwatch auch mehr als überfällig, denn mittlerweile stürmt Theresa die Laufstege rund um den Erdball und ist gerade ganz dick im Geschäft. Während der Fashion Week Berlin hatte ich nun wieder das Vergnügen, mein Hamburger Homie bei diversen Shows zu bewundern. U.a. lief sie für Kai Kühne, Penkov, Marcel Ostertag, Michalsky und Sabrina Dehoff, im Gesellschaftsteil der Sonntagsausgabe der FAZ hat sie es für Boss Orange sogar gerade aufs Titelbild geschafft!
Penkov S/S 10
Theresa ist übrigens gebürtige Lübeckerin, bei Modelwerk unter Vertrag und hat mittlerweile schon in Mailand, London, Tokyo, Sidney, New York und Hong Kong als Model gearbeitet. Nun könnte man meinen, dass der jungen Dame der Erfolg langsam zu Kopf steigen würde, davon ist sie allerdings meilenweit entfernt! Selten habe ich so eine entspannte Schönheit getroffen, die absolut down-to-earth und auch noch urkomisch ist - möge sie immer so bleiben und uns viele weitere rotblonde Sternstunden bescheren. Ich wünsche ihr alles Gute - Go Theresa! : )
“Den Mutigen gehört die Welt” - so der Titel der Sommerkollektion 2010 von Strenesse Blue, die vergangenen Donnerstag am Bebelplatz präsentiert wurde. Zu gediegener Countrymusik und mit Cowboyhüten ausgestattet zeigten bekannte Modelgesichter wie Katrin Thormann und Toni Garrn die neuen, von der amerikanischen Gelassenheit inspirierten Entwürfe - besonderes Augenmerk gilt den (teilweise im Komplettlook) orangeroten Looks, die meinem nach wie vor erklärten Ziel, dem “Schwarz” zu trotzen und Farben mehr Chancen zu geben, äußerst entgegen kamen. Nach der Show hatte ich die Möglichkeit Viktoria Strehle zu interviewen und somit mehr über den Designprozess, ihre Inspirationsquellen - aber natürlich auch über Viktoria Strehle selbst zu erfahren…
Auf eine beneidenswert entspannte Viktoria Strehle treffe ich backstage, ohne großes Brimbamborium reden wir drauf los und sprechen zunächst über ihre Hauptinspiration - Steve Mc Queen. Das Idol der USA, seine Reisen rund um die Welt mit beeindruckenden Frauen wie Carmen Kass oder Ali Mac Graw sowie der damit verbundene Ur-Glaube an das Gute jedweder aller Krisenzeiten, dieses Szenario hatten Viktoria & Gabriele Strehle bei ihrem Designprozess im Kopf, welches in kraftvolle und gleichzeitig ultrafeminine Silhouetten resultiert.
Was bereits letztes Jahr ein riesen Spaß war, überzeugte auch gestern wieder: Darryl Natale sammelte allerlei Street Style Helden Berlins zusammen und präsentierte in zwei Shows “Common People” aka Outfits für tagsüber und abends - dabei dachte ich immer, in Berlin ist die Tageszeit in Sachen Klamotte komplett irrelevant!? ; ) Zurück zur Show - Eyecandy gab es noch und nöcher, sowohl auf als auch abseits des Catwalks in Wedding Downtown. Wie eine letzte große Reunion versammelten sich noch mal eine Vielzahl der Akteure der letzten Tage, ob Reigen, Zoo, Gretel oder die Herzen für Berlin, keiner wollte sich den Spaß entgehen lassen und so wurde es ein ganz ausgezeichneter Nachmittag unter der Sonne Weddings…
Surprise, surprise! Läuft da bei der Sabrina Dehoff Show heute Morgen doch glatt der Luke Worrell über den Laufsteg, seines Zeichens Topmodel und Macker von der Kelly Osbourne. Meine reizende Freundin Georgia durfte backstage fotografieren und hat dieses grandiose Bild von dem handsome Briten geschossen - many thanks George!
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