Vom Fluch und Segen, Hamburgerin zu sein

hamburg

Die Woche saß ich mit einer langjährigen Freundin, ebenfalls gebürtige Hamburgerin (ok, Wedelerin), beim Mittag zusammen, die mir wiederum von einer andere Freundin, ebenfalls gebürtige Hamburgerin (ok, Wedelerin), erzählte, die jetzt für zwei Jahre zum Arbeiten nach Madrid geht. „Boah, wie geil!“, schallte es aus meinem Hals (ich bin übrigens aus Hamburg-Langenhorn). Eine riesige Welle von Begeisterung, Applaus und Anerkennung flutete mein Hirn – zusammen mit einem kräftigen Hauch Wehmut.

Meine Freundin und ich waren uns einig: Es ist ein unglaubliches Geschenk, in dieser Stadt geboren zu sein – aber wir kommen hier irgendwie nicht weg. Auf der anderen Seite: Wir wollen hier auch gar nicht weg, können es uns nicht ansatzweise vorstellen und sind hier seit Generationen so verwurzelt, wie die fette Eiche vor meinem Fenster im Garten meiner Eltern.

Oder vielleicht doch? Ihr erinnert euch, das große Schiff gen irgendwo …

Einmal hab ich das versucht, mit dem woanders leben. Vor fünf Jahren für zwei Jahre Berlin. Heimweh hatte ich ohne Ende, bin irgendwie nie richtig in der Stadt angekommen (was natürlich auch an mir lag bzw. daran, dass ich fast jedes Wochenende dann doch wieder in Hamburg verbracht habe) und hab manchmal gelitten wie eine falsch gepolte Hündin, äh, Drohne.

Letztes Jahr zeichnete es sich für einen Moment ab, dass ich eventuell nach Stuttgart gehen würde. Ich erinnere mich noch genau, wie ich beim zweiten Bewerbungsgespräch Ende Mai enorme Beklemmungen bis hin zur akuten Luftnot im stickigen Kessel bekam. Unvergessen der Moment, als ich abends an den Landungsbrücken wieder ausstieg und dreimal kräftig Briese durchatmete. „Ich kann hier nicht weg“, schoss es mir direkt wieder durch den verirrten Kopf.

Aber was hält uns an unserer Heimat so stark fest? Die Freunde sind es wohl, die Familie natürlich auch und, dass man fast jede Straße, jede Ecke kennt. Von Langenhorn bis Harburg, von Altona bis Marienthal. Zweiunddreißig Jahre Sozialisierung und Integrität schmeißt man nicht einfach so hin. Das ist eine Basis, damit kann man arbeiten. Nein, damit muss man arbeiten.

Apropos Arbeit: Ich bin gerade dabei, mir einen Job zu backen, bei dem ich vielleicht auch mal einen Monat lang von Ibiza, San Francisco oder sonstwo arbeiten kann. Ob das die Lösung ist?

23 April, 2015

11 thoughts on “Vom Fluch und Segen, Hamburgerin zu sein

  1. guten morgen,
    als ich letztes wochenende nach einer durchzechten nacht hause lief und ein bisschen in die nacht schaute musste ich mit den tränen des inneren kindes in mir kämpfen.
    das kind erzählte mir von all den geschichten, die es in diesen straßen erlebt und durchlebt hatte.
    es fragte sich ob es nun kein kind mehr sei …
    es schreit nach der akzeptanz der freiheit.
    die freiheit die ich und viele andere schon ihr ganzes leben lang besitzen, seit dem wir ganz klein waren.
    wir sind glücklich ohne es zu bemerken.
    frei ist man, wenn man entscheidungen treffen kann, weil man weiß was man will.
    dass einzige was mich manchmal an meinen entscheidungen zweifeln lässt sind die konsequenzen für meine mitmenschen, nicht aber dass was ich will.
    vielleicht ist das innere kind, dass was ich will und die befürchtung von konsequenzen dass ein bisschen erwachsenere ich?
    vielleicht aber auch nicht.
    und so will ich mich von dieser stadt nicht lösen, bis es irgendwann soweit ist und dann vielleicht ja auch für immer…
    oder eben nie.
    so könnte die stadt hamburg für das kind die mutter sein und schenkt ihr das gefühl von liebe und obhut, wäre möglich…

    ein paar gedanken dazu.
    *

  2. Oh ja, bei mir genau das und ständig. Mit dem kleinen Unterschied, dass sich bei mir die ganze Geschichte um Köln dreht. Lieben Dank, dass Du diese Gedanken mit uns teilst, und einem dadurch das wunderbare Gefühl gibst, nicht allein so bekloppt zu sein ;)

  3. diyor ki:İyi gfcnler,Wordpress ie7in bir e7eviri yaptıgınızı gf6rdfcm ve bu konuda bana da yardımcı oblilair misiniz?Blanco adında bir tema aldım ama tfcrke7e destegi yoktu ve pek de yardımcı olmadılar nasıl yapılacagı hakkında. blanco.pot diye bir file buldum ama onun fczerinden mi değiştirme yapmam gerekiyor tam olarak anlamadım. eger f6yleyse; bu dosyayı hangi path’e yfcklemem gerekiyor acaba?Teşekkfcrler şimdiden

  4. dit :Nan t’arrêtes immédiatement la San Pe !!! C’est pour ça que t’as des cernes bordel !L’extrait de Rose Musquée (à acheter uniquement en magasin Bio) c’est une sorte d’huile essentielle que tu dois foutre sur tes cernes.Et n’oublie pas le silicium.Et oui ça marche !Tu crois que je te donnerai des conseils de daube ?

  5. si! fueron las mejores esos giros rápidos… por suerte mantuvieron el eje. Pero si o si era necesario sacar la correa, lo que sí te da una sensación de inseguridad al tener la cámara sin nada con qué asegurarla… pero no había otra para hacer estos lanzamientos. Saludos Caro!

  6. no es de absoluta necesidad tener un propio sitio web o blog para poder aplicar este modelo de negocio online – por ejemplo podemos utilizar otros sitios web o blogs que nos ofrecen de forma gratuita en

  7. Mais il existe des crèmes solaires Bio SANS nanoparticules… J’ai testé cet été et, à part l’effet légèrement blanchâtre, j’en suis très satisfaite, aucun coup de soleil !

  8. Hoi,Wat een lekkere gerechten allemaal. Ik kook ook altijd vers voor mijn dochter. Bij ons is avocado met een beetje meloen erdoor ook groot favoriet!Straks weer een nieuw recept probere.GroetMarjon

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